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Grußwort zur Bavaud-Veranstaltung in Berlin Mai 2003 Maurice Bavaud, ein frankophoner Schweizer und katholischer Theologiestudent, war der einzige Ausländer, der durch einen Anschlag Hitler aus der Welt schaffen wollte. Das war im Jahr 1938. Ein Jahr vor Georg Elser. Beide beabsichtigten, den drohenden Weltkrieg zu verhindern. Bavaud handelte ohne Auftrag einer Organisation oder Gruppe, ohne Kenntnis der deutschen Sprache und des Umfeldes in der braunen Diktatur. Siegesbesoffen, wie Hitlers Regime sich aufführte, konnte Bavaud in die erste Reihe der Ehrentribüne für die Feierlichkeiten des Putsches von 1923 gelangen. Für seinen Anschlag hatte er in einem Basler Waffenladen nur eine untaugliche, kleinkalibrige Pistole kaufen können. Bavaud war klug genug, seinen Versuch abzubrechen, als er erkannte, dass er Hitler aus der Entfernung nicht treffen konnte. Aber er gab noch nicht auf. Er reiste weiterhin hinter Hitler her. Schließlich scheiterte er am Geldmangel. Weil er sich keine Fahrkarte mehr kaufen konnte, fiel er im Schnellzug der Gestapo in die Hände. Bavaud hätte aus der Haft gerettet werden können, wenn der schweizerische Gesandte in Berlin, ein brauner Eidgenosse namens Fröhlicher, nicht den Nazis zuliebe den Austausch gegen deutsche Spione unterlassen hätte. Im Geist steht Bavaud in der Nähe des Schreiners Georg Elser, wie ein etwas anderer Bruder. Beide hatten keine Unterstützung bei ihrem Volk. Beide ließen sich darüber keine grauen Haare wachsen. Nach dem Krieg wurden beide lange verleumdet. Die Schweizer haben sich erst in den letzten Jahren mit der großen europäischen Widerstandsfigur Bavaud befasst. Populär ist er noch lange nicht. Beide hatten wenig Geld. Als Elser an der Grenze zur Schweiz festgenommen wurde, fanden sich bei ihm nur noch fünf Mark. Bavauds Tat entspringt bei allen Überlegungen, was der Krieg bringen könnte, ausschließlich dem eigenen Gewissen, keiner Nützlichkeitserwägung. Beide operieren aus der Erkenntnis, dass es höchste Zeit zum Handeln sei, ohne sich über die Politik der Zukunft den Kopf zu zerbrechen. Bavaud stellt eine Frage an die Schweiz, wie sie zu ihrem freiheitlichen Erbe in Zeiten einer Diktatur stehe: Er übersteigt die Beschränktheit des Kantönligeistes. Ohne Absicht ein beispielhafter Europäer, als Europa vor der Umwandlung in eine SS-Festung stand. Und Bavaud beweist allen "Realpolitikern", wie untauglich das Militär ist, um Frieden zu schaffen. Bavaud: eine Gestalt des absolut fordernden Gewissens, auch wenn zur Durchführung der Befreiungstat nur unzureichende Mittel zur Verfügung stehen. Hätte Bavaud gewonnen, wäre dem Judentum die Shoa erspart geblieben. Denn nur wenige Stunden, nachdem am 9. November 1938 Bavaud beim Gedenktag der Putschisten nicht zum Schuss gekommen war, brach die Reichspogromnacht aus, der Auftrakt zum Millionenmord. |
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Ein Artikel in der Jungen Welt Nach 1945 erneut verurteilt. In der Gedenkstaette Berlin-Ploetzensee wird heute an den Hitlerattentaeter Maurice Bavaud erinnert (Hans Daniel)
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Medienbeitraege A) Geschichte in Augenblicken vom 28.12.2005, 12.40 Uhr B) Pfarrblatt Bern Nr. 3 vom 12. Januar 2006 Schweizer Theologe fordert Aufnahme von Maurice Bavaud ins Martyrologium |
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